Kommentar von Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender des Vorstands, Bundesvereinigung Logistik (BVL)

Die „Osterruhe“, die die Bundesregierung Ende März kurzzeitig als Steigerung des Lockdowns ins Auge gefasst hatte, ist der Wirtschaft glücklicherweise erspart geblieben. So konnten die Logistiker aus Industrie, Handel und Dienstleistung ohne zusätzliche Belastung an der Wiedererweckung ihrer Geschäfte arbeiten – auch wenn Mengenvolumina insgesamt zurückgegangen sind und logistische Schwerpunktaktivitäten verlagert wurden. Der Wirtschaftsbereich Logistik ist im Durchschnitt mit geringeren Umsatzeinbrüchen durch die Krise gekommen als andere Industrien und startet nun mit hoher Motivation und mit Schwung weiter durch.

Während die Februar-Umfrage des ifo-Instituts für den Logistik-Indikator „Resilienz“ auswies, passt jetzt die Zusammenfassung „Dynamik“. Eine gute Geschäftslage und noch bessere Geschäftserwartungen ergeben einen Gesamtindikator auf Normalniveau – und damit oberhalb des Vorkrisenniveaus. Das Geschäftsklima hat sich deutlich aufgehellt. Der Hauptindikator legte beachtlich zu und notierte im Mai bei 102,5 Punkten.

Handel und Industrie gaben positive Urteile über die derzeitigen Geschäfte ab, welche erheblich zugenommen haben. Auch die Geschäftserwartungen fielen zuversichtlicher aus. Weitere Geschäftszuwächse werden erwartet, die Preisplanungen lassen kräftige Steigerungen erwarten. Nachdem sich im Vorquartal vor allem die Industrie deutlich erholte, konnte nun der Handel aufholen. Die Lockerungen beim Pandemieschutz sorgen besonders im Einzelhandel für regen Optimismus. Der Großhandel konnte seine positiven Lageurteile ebenfalls ausbauen, aber in geringerem Ausmaß als der Einzelhandel.

Neue Herausforderungen für die Industrie resultieren aus Konsequenzen veränderter Bedarfe der Monate im Ausnahmezustand: Halbleiter sind weltweit knapp - ebenso wie Kunststoffgranulate, Spezialstähle oder Holz. Hinzu kommt der Preisschub bei Öl und Gas. Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich im Mai in Deutschland auf 2,5 Prozent beschleunigt – der höchste Wert seit September 2011.

Die Logistik-Dienstleister klagten kaum mehr über zu geringe Auftragsbestände und beurteilten die Geschäftslage per Saldo gut. Die Geschäftsperspektiven klarten weiter auf, so dass mehrheitlich ein Beschäftigungsaufbau im Fokus steht. Das Geschäftsklima verbesserte sich spürbar und der Indikator drehte erstmals seit Mitte 2019 wieder in den positiven Bereich. Es bleibt die Hoffnung, dass im kommenden Quartal die Zeit der Lockdown-Perioden zu Ende geht.

Vieles spricht dafür, dass es in der zweiten Jahreshälfte kontinuierlich aufwärts gehen wird. So geben die Logistiker beider Marktseiten die Personalplanungen wieder im expansiven Bereich an. Die Bundesagentur für Arbeit meldete für Mai eine gegenüber April um 84.000 sinkende Zahl von Arbeitslosen und eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent. Die Logistik trägt zur Erholung des Arbeitsmarktes wesentlich bei.

Auch die BVL spürt den Schwung und eine zunehmende Leichtigkeit. Wenn der Pfad der Erholung weiter beschritten werden kann, werden wir zu Netzwerkveranstaltungen mit persönlichen Begegnungen zurückkehren können. Leider gibt es noch keine endgültige Entwarnung. Aber ein hybrid organisierter Deutscher Logistik-Kongress im Oktober in Berlin erscheint heute deutlich wahrscheinlicher als noch vor einem Monat. Drücken wir alle gemeinsam die Daumen, dass es so bleibt.

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